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Wandern in Österreich: zur ältesten Hütte im Großarltal

Karseggalm

Die Karseggalm ist die älteste bewirtschaftete Hütte im Großarltal. Seit ihrer Erbauung vor rund 350 Jahren wurde sie kaum verändert. Dementsprechend „modern“ ist auch die Ausstattung der Karseggalm. Sie ist die einzige Alm im Tal die noch mit einer offenen Feuerstelle ausgestattet ist. Und diese ist auch regelmäßig in Gebrauch: zum Käsen, Räuchern und zur Warmwasseraufbereitung. Auf der Karseggalm erlebt man das Almleben somit in seiner ursprünglichsten Form.

Bewirtschaftet wird die Karseggalm von Juni bis Oktober. Willi Gruber und seine Frau Helga sowie seine Eltern Josef und Anna verwöhnen müde Wanderer mit hausgemachten Speisen wie Sauerkäse, Milch, Butter, Brot, Speck und Schnaps.

Entdecken Sie den Sauerkäse beim Wandern zu Österreichs Hütten

Beim Wandern im Großarltal werden Sie ihn immer wieder treffen, den Großarltaler „Sauakas“. Auf insgesamt 40 bewirtschafteten Hütten im Großarltal wird er hergestellt. Der „Sauakas“ ist ein spezieller Graukäse der ohne Zusatz von Lab oder anderen Gerinnungsmitteln zubereitet wird. Der Senner Willi Gruber ist bekannt für seinen Sauerkäse und jeden Donnerstag um 11.00 Uhr kann man auf seiner Karseggalm zusehen, wie der Graukäse zubereitet wird. Dabei darf natürlich auch gekostet werden.

Unser Tipp: Wem der Sauerkäse schmeckt, der sollte sich einen Laib mit nach Hause nehmen. Er kann bis zu einem Jahr lang gelagert werden und schmeckt nicht nur im Sommer sondern auch zur Weihnachtszeit zum Kletzenbrot und Vogelbeerschnaps.

„Juchizen“ von Hütte zu Hütte – ein alter Brauch in Österreich

Willi Gruber hat das Leben auf der Alm von klein auf kennengelernt. Schon seine Mutter war Sennerin und hat ihre Erfahrungen und ihr Wissen an ihn weitergegeben. So pflegt man auf der Karseggalm auch immer noch den alten Brauch des „Juchizen“ oder „Ju’schroa“ wie man im Großarltal dazu sagt. Heutzutage wird der „Juchiza“ als Begrüßung oder Ausdruck von Freude. Früher hatte er aber eine gewichtige Bedeutung. Willi Grubers Mutter Anna berichtete, dass der „Juchiza“ als Kommunikationsmittel von Hütte zu Hütte diente. Nach getaner Almarbeit ging man vor die Hütte und machte einen „Juchiza“ als Zeichen, dass alles in Ordnung war . Innerhalb kürzester Zeit kam von den anderen Hütten ein „Juchiza“ retour. So wußte man Bescheid, dass es allen gut geht und niemand krank oder verletzt war.

Wer heutzutage die Karseggalm besucht, dem kann es leicht passieren, dass er von Willi Gruber mit einem lauten „Juchiza“ begrüßt wird.

2 Gedanken zu „Wandern in Österreich: zur ältesten Hütte im Großarltal“

  1. Hallo zusammen. Ja genau so geht es zu auf der Karseggalm in Großarl. Willi, ich war heuer noch nie bei dir oben, es wird aber nicht mehr lange dauern. Das wird meine nächste Tour.

  2. Das klingt ja alles sehr lecker und sehr gemütlich! Frag mich jetzt nur, ob man zu euch auch im Winter kommen kann? Ich mach nämlich jedes Jahr meinen Skiurlaub in Ski amade, dann könnte ich auf den Sprung vorbei kommen? :-). LG

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