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Ein Kinderspiel in der Natur – 6 Tipps fürs Wandern mit Kindern

Es ist ein hartnäckiges Gerücht, dass Wandern mit Kindern mühsam ist. Im Gegenteil, alles eine Frage der richtigen „Verkaufsstrategie“ – wer mit seinen Kleinen nicht unter dem Label „Wandern“ loszieht, sondern ein kleines Abenteuer in Aussicht stellt, hat von Beginn an bessere Chancen, dass es ein vergnüglicher Tag für den Nachwuchs, und damit auch für die Eltern selber, wird.

#1 Rumtoben können

bergdorf der tiere sommerfestRegel Nummer Eins, um einer Wanderung mit Kindern zum Gelingen zu verhelfen: eine Strecke wählen, auf der es viel Gelegenheit zum Austoben und „wild sein“ gibt. Viele Kilometer auf schmalen, steilen Wegen sollten vermieden werden – erstens schwindet die Motivation bei großer Anstrengung schnell, zweitens steigt die Frustration der Kids, wenn ihnen der Weg viel Konzentration abverlangt, um nicht zu stolpern oder auszurutschen. Also lieber einen leichten, breiten Weg wählen, auf dem sie zum Rumfetzen und Spielen kommen – auf dem behält man auch automatisch den Überblick und hat dadurch einen Sicherheitsvorteil.

#2 Kein falscher Ehrgeiz

Eltern, in deren Brust ein Gipfelstürmer-Herz schlägt und die gerne mit Pulsmesser unterwegs sind, fällt es manchmal schwer, wenn sie mit ihren Kindern am Weg sind, einige Gänge runter zu schalten. Oft erwacht ein sportlicher Ehrgeiz beim Nachwuchs erst in Jugendjahren – doch nur Geduld, er kommt viel eher, wenn man nicht zu früh versucht, die eigenen Ansprüche auf die Kinder zu übertragen. Und wenn, dann geschickt in ein Spiel verpackt …

#3 Kreative Spiele einfallen lassen

Die Natur ist eine einzige Spielwiese. Je nachdem, wo man unterwegs ist – am Bachufer, im Wald, auf weiten Wiesen und Almen –, bieten sich einem unzählige Optionen, die Marschzeit für seine Kleinen (und sich selber!) kurzweilig zu gestalten, indem man genau hinsieht und seine Umwelt zum Spielgefährten macht.

 

Ein umgefallener Baumstamm wird in Kinderaugen schnell zu Pferd, Brücke oder Flugzeug. Eine Becherlupe ist klein, leicht und kostengünstig und wenn man an Gewässern vorbeikommt, lassen sich damit kleine Wasserläufer, schillernde Fische und was sich sonst noch so im Wasser rumtreibt, beobachten. Ein Taschenmesser einzustecken, ist immer ratsam: Wer weiß, welcher Stecken zugespitzt oder welches Pfeiferl geschnitzt werden möchte?

TIPP

Mit den „Schätzen des Waldes“, also Tannenzapfen, Blättern, Rindenteilen und so weiter, lassen sich wunderschöne Kunstwerke am Boden gestalten – so kann man seine Spuren hinterlassen und der nächsten Familie, die vorbeikommt, etwas Schönes bescheren.

#4 Die richtige Routenplanung mit Kids

Erfahrungsgemäß ist der Salzburger Almenweg von Kindern ab dem vierten/fünften Lebensjahr gut machbar. Als planender Elternteil von Kleinkindern kann man um den Dreh 150 bis 200 Höhenmeter pro Stunde kalkulieren, also circa die Hälfte eines durchschnittlichen Erwachsenen-Werts. Wer es geschickt anlegt, überlegt sich im Vorhinein ein paar Zwischenziele entlang des Weges (ein Wasserfall, eine Hütte, ein Aussichtsbankerl), an denen mit den Kindern Pause gemacht werden kann und die nach und nach in Aussicht gestellt werden. Das unaufhörliche „Wie weit ist es noch?“ kann dann problemlos mit „Bis zur ersten Jausenstation nur noch zehn Minuten!“ beantwortet werden. Auf den 350 Kilometern des Weitwanderweges „Salzburger Almenweg“ gibt es genügend Etappen, die sich hervorragend für einen Ausflug mit Kindern eignen. Moderate Gehzeiten von ca. zwei Stunden und viele Einkehrmöglichkeiten bieten etwa die Kogelalm in Flachau (Etappe 20), der Vordergnadenalm in Zauchensee (Etappe 22) oder der als Wanderweg umfunktionierte „Ennsradweg“ von Forstau nach Radstadt (Etappe 26).

Wanderung in den Radstädter Tauern

#5 Themenwanderweg: Den Ausflug unter ein Motto stellen!

Wagrainis GrafenbergZusätzlich bietet das Salzburger Land informative Themenwege, die ein Lernen in der Natur ermöglichen. Wer durch das Filzmooser Bergland schlendert, kann sich dort über Ameisen schlau machen. Wer sein Wissen über Pflanzen und Bäume erweitern möchte, dem sei der Natur- und Wanderlehrpfad Hofalm in Filzmoos nahegelegt. Und wer es gerne sagenhaft hat, der findet am Gasteiner Sagenwanderweg fantasievolles Material. Man hat die Möglichkeit, sich auf den Friedenspfad zu begeben oder aber ein bisschen Action einzubauen mit der Natur- und Bergerlebniswelt WAGRAINi’s Grafenberg und ihren überdimensionalen Abenteuerstationen.

#6 Auch die kleinen Geschwister mitnehmen

Wandern kann eine verbindende Unternehmung für die ganze Familie sein. Auch die Kleinsten im Bunde sollten mit dabei sein dürfen – die frische Luft, die angenehme Stimmung, die bei gemeinsamen Aktivitäten im Freien aufkommt, die Geräusche der Natur: all das beeinflusst bereits Babys aufs Positive! Nun stellt sich die Frage, wie man sie am besten hoch bekommt aufs Gipfelkreuz. Auf den Forst- und Zubringerwegen zu Almwanderwegen kann ein Kinderwagen in der Regel problemlos verwendet werden. Auf den Wanderwegen selbst kann man dann den Wagen mit einem Fahrradschloss an einem Baum absperren und auf eine Rückentrage umsteigen – sofern das Kind alt genug ist, um darin zu sitzen und seinen Kopf selbst zu halten, was richtwertmäßig ab dem achten Monat der Fall ist. Die feine Aussicht und das Schaukeln unterhält den kleinen Wanderpartner meist prächtig und macht ihn auf Dauer schläfrig – was meist nicht von Nachteil ist. Wie das eigene Kind auf die Rückentrage anspricht und wie lange es gerne darin sitzt, ist jedoch sehr unterschiedlich und muss daher individuell ausgetestet werden.

Familienwanderungen

TIPP
Wer noch nach Inspiration für seine kommenden Wanderungen mit dem Nachwuchs sucht, dem sei unser Projekt Kinderleicht wandern im Salzburger Pongau ans Herz gelegt. Eigens für Familien zusammengestellte Erlebnis- und Themenwanderwege sorgen für das Abenteuer, das Kinder beim Ausflug brauchen. Die sanften Hügel des Pongauer Wanderwegnetzes harmonisieren mit dem kindlichen Bewegungsdrang und der Nationalpark Hohe Tauern regt als eine der weltweit faszinierendsten Landschaften die Fantasie an. Weitere Vorteile: viele kinderwagentaugliche Wege, kurze Strecken (1-1,5 Stunden) und dutzende ausgezeichnete Almsommerhütten!

Ein Gedanke zu „Ein Kinderspiel in der Natur – 6 Tipps fürs Wandern mit Kindern“

  1. Sich kreative Spiele einfallen zu lassen ist ein guter Tipp. Mit kleinen Kindern wird es manchmal anstrengend und die Kinder langweilen sich schnell auf langen Wanderungen. Da ist ein bisschen Ablenkung Gold wert.

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